Trockenbauprofil einbauen: vom Unterbau bis zur verspachtelten Lichtfuge

Eine eingespachtelte Lichtlinie ist einer der wenigen Ausbaudetails, bei denen man sofort sieht, ob sauber gearbeitet wurde. Krumme Kante, Spachtelmasse im Kanal, Streifen mit sichtbaren Punkten: All das fällt auf, sobald das Licht angeht, und lässt sich hinterher nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.

Der Einbau selbst ist dabei nicht schwierig. Er verlangt nur, dass ein paar Schritte in der richtigen Reihenfolge passieren. Ich gehe die Montage hier so durch, wie sie auf der Baustelle tatsächlich abläuft.

Schritt 1: Position festlegen, bevor die Unterkonstruktion steht

Die Profilposition entscheidet über den Unterbau, nicht umgekehrt. Wer die CD-Profile schon gesetzt hat und dann merkt, dass die Lichtfuge genau auf einem Ständer landet, baut zurück.

Legen Sie die Linie also am Anfang fest und markieren Sie sie auf dem Rohbau. Direkt daneben braucht es eine Auflage, an der die Montageflügel später verschraubt werden. Bei abgehängten Decken heißt das meistens ein zusätzliches CD-Profil parallel zur Lichtlinie, bei Vorwänden ein Querriegel.

Zweiter Punkt, der an dieser Stelle geklärt wird: Wo sitzt das Netzteil und wie kommt das Kabel dorthin? Ein Leerrohr von der Profilposition zum späteren Netzteilplatz ist jetzt eine Sache von Minuten. Nach dem Beplanken ist es eine Sache von Stemmarbeiten.

Schritt 2: Profil und Streifen aufeinander abstimmen

Bevor bestellt wird, sollten drei Maße zusammenpassen: die Innenbreite des Profils, die Breite des LED-Streifens und die Länge der Linie.

Bei den Innenbreiten sind 11 und 16 Millimeter üblich. Übliche Streifen messen 8, 10 oder 12 Millimeter. Ein 16er-Profil nimmt praktisch alles auf, ein 11er-Profil wird bei einem 12-Millimeter-Streifen zu eng.

Die Länge ist der zweite Stolperstein. Die meisten Trockenbauprofile werden in Zwei-Meter-Stangen geliefert. Eine sechs Meter lange Deckenfuge besteht also aus drei Teilen, und an den Stößen entscheidet sich, ob die Linie durchgeht oder ob man später zwei dunkle Stellen sieht. Der Trick: Profile stumpf und ohne Spalt stoßen, den Streifen aber am Stück durchziehen und nicht an jeder Stoßstelle neu ansetzen.

Beim Streifen selbst führt für eine gleichmäßige Linie kaum ein Weg an einem COB-Typ vorbei. Bei klassischen Streifen mit einzelnen LEDs sieht man in einer schmalen Fuge jeden Punkt, besonders bei klarer Abdeckung.

Schritt 3: Profil montieren

Das Profil wird zusammen mit der Beplankung gesetzt. Je nach Bauform liegen die Flügel auf der Platte, unter der Platte oder zwischen zwei Platten.

Wichtig ist die Ausrichtung. Ziehen Sie eine Schnur oder arbeiten Sie mit dem Linienlaser, und prüfen Sie die Flucht über die gesamte Länge, nicht nur an den Enden. Eine Abweichung von drei Millimetern auf sechs Meter sieht man im Streiflicht später sehr deutlich.

Verschraubt wird mit kurzen Schnellbauschrauben in die Unterkonstruktion, geklebt wird nur dort, wo nicht geschraubt werden kann. Setzen Sie die Schrauben lieber eine mehr als eine zu wenig, gerade an den Stößen, damit sich beim Spachteln nichts bewegt.

Schritt 4: Kanal abkleben, dann spachteln

Das ist der Schritt, an dem die meisten Projekte kaputtgehen. Spachtelmasse im LED-Kanal lässt sich nicht mehr sauber entfernen, ohne das Profil zu beschädigen oder die Nut für die Abdeckung zu ruinieren.

Kleben Sie den Kanal deshalb vor dem ersten Spachtelgang vollständig ab. Malerkrepp reicht, es muss nur überall dicht anliegen. Danach wird gearbeitet wie an jeder anderen Fuge: Bewehrungsstreifen an die Übergänge, Grundspachtelung, trocknen lassen, Feinspachtel, schleifen.

Für sichtbare Lichtfugen lohnt sich Qualitätsstufe Q3 oder Q4, weil Streiflicht jede Unebenheit zeigt. Das ist mehr Arbeit als Q2, aber genau an dieser Kante wird das Licht später entlanglaufen und jede Welle vorführen.

Erst nach dem Schleifen und Grundieren kommt das Krepp wieder ab. Staub im Kanal vorher aussaugen, sonst klebt der Streifen auf einer Schicht Schleifstaub statt auf Aluminium.

Schritt 5: Streifen einlegen

Jetzt erst kommt die Elektrik ins Spiel, und zwar in dieser Reihenfolge: Kabel anschließen, Streifen einlegen, Funktionstest, dann Abdeckung.

Der Streifen muss flächig auf dem Aluminium aufliegen. Luftblasen unter dem Klebeband sind keine Kosmetikfrage, sondern verhindern die Wärmeableitung. Ziehen Sie die Schutzfolie in Etappen ab und drücken Sie den Streifen abschnittsweise an, statt sechs Meter am Stück abzuziehen und zu hoffen.

Bei 12 Volt und längeren Strecken kommt der Spannungsabfall ins Spiel, das Ende der Linie wird dann sichtbar dunkler. Bei 24 Volt tritt der Effekt deutlich später auf. Wenn die Linie länger als fünf Meter wird, speisen Sie von beiden Seiten ein oder legen Sie einen zweiten Einspeisepunkt in die Mitte.

Der Funktionstest gehört vor die Abdeckung, nicht danach. Es ist erstaunlich, wie oft ein Kanal noch einmal geöffnet wird, weil eine Lötstelle oder ein Klemmverbinder nicht hält.

Schritt 6: Abdeckung, Endkappen, Halteklammern

Die Abdeckung wird eingeclipst und auf Länge geschnitten, am saubersten mit einer feinen Säge und einer Führung. Opal ist für Wohnräume fast immer die richtige Wahl, weil es die Technik verdeckt und das Licht gleichmäßig verteilt. Klare Abdeckungen bringen mehr Lichtstrom und verzeihen dafür keinen Streifen mit sichtbaren Einzelpunkten.

Endkappen schließen die Stirnseiten. Wo das Profil in einer Wand endet, verschwindet die Kappe später hinter der Spachtelung, wo es frei ausläuft, bleibt sie sichtbar und sollte entsprechend sauber sitzen.

Die Fehler, die auf jeder zweiten Baustelle passieren

Spachtelmasse im Kanal. Siehe oben, deshalb wird abgeklebt.

Profil nicht in der Flucht. Wird erst sichtbar, wenn das Licht an ist, und ist dann nicht mehr zu retten.

Streifen an jedem Profilstoß getrennt. Erzeugt an jeder Verbindung eine dunkle Stelle von zwei bis drei Zentimetern.

Netzteil unzugänglich eingebaut. Läuft in der Regel gut, bis das Netzteil ausfällt, und dann kostet es die Decke.

Zu kurz bemessene Anschlusskabel. Der Streifen liegt schon im Profil, das Kabel fehlt vierzig Zentimeter, und niemand kommt mehr mit dem Lötkolben hin.

Zu warmer Streifen für den Raum. 2700 Kelvin wirken in einer Lichtfuge im Flur gemütlich, in einer Arbeitsküche eher müde. Musterstück bestellen und in der Situation ansehen, bevor sechs Meter verlegt werden.

Zeitaufwand und Reihenfolge im Bauablauf

Für eine sechs Meter lange Deckenfuge sollten Sie mit einem halben Tag für Ausrichten und Montieren rechnen, verteilt über mehrere Tage für die Spachtelgänge, plus etwa zwei Stunden für Streifen, Test und Abdeckung.

Der Ablauf im Ganzen: Unterkonstruktion mit Auflage für das Profil, Leerrohr legen, Profil ausrichten und verschrauben, Kanal abkleben, beplanken und spachteln, schleifen, grundieren, streichen, Krepp entfernen, Streifen einlegen, testen, abdecken.

Wer diese Reihenfolge einhält, hat am Ende eine Lichtfuge, bei der niemand mehr erkennt, dass sie nachträglich geplant wurde. Und das ist bei Beleuchtung im Ausbau das eigentliche Ziel.